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Seit Juni 1992 existiert auf einer Anhöhe über dem Nordostufer des Starnberger Sees eine kleine Sternwarte. Auf dem Grundstück der Gemeinde Berg stehen abseits störender Lichtquellen eine Beobachtungskuppel und zwei Rolldachhütten. Die Gebäude beherbergen verschiedenste Teleskope für die Himmelsbeobachtung: vom 5-Zoll-Refraktor bis zum 16-Zoll-Schmidt-Cassegrain-Spiegelteleskop. Mittlerweile zählt der Verein mehr als 80 Mitglieder, von denen einige in ehrenamtlicher Arbeit an den öffentlichen Führungen mitwirken.


Sternwartenstamtisch

Unser nächster Sternwartenstammtisch findet
am 15. September 2016 um 19:30 Uhr im Gasthof Alter Wirt in Höhenrain statt.  

Alle Mitglieder und interessierte Besucher sind herzlich willkommen!

Immer im August bewegt sich die Erde, auf ihrer Bahn um die Sonne, durch eine Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tutle. Dabei treten sandkorngroße Partikel mit extrem hoher Geschwindigkeit in die oberen Schichten der Erdatmosphäre ein und verglühen. Diese ungefährlichen Leuchterscheinungen sind als Perseiden-Sternschnuppen bekannt. Im Volksmund wird auch die Bezeichnung "Laurentiustränen" oder "Tränen des Laurentius" verwendet, da am 10. August der Namenstag des gleichnamigen Märtyrers gefeiert wird.

Dieses Jahr werden besonders viele Sternschnuppen erwartet. Es gibt Vorhersagen von bis 150 Schnuppen pro Stunde! Das diesjährige Maximum haben wir dem Planeten Jupiter zu verdanken. Der große Planet lenkt mit seiner Schwerkraft die Staubteilchen dieses Jahr näher zur Erde.

Bei klarem Himmel wird die Volkssternwarte Berg am 11. August 2016 zwischen 22:00 Uhr und 2:00 Uhr geöffnet sein.

 

Infografik Perseiden: Sternschnuppen-Nacht im August

Juli und August bringen uns wieder die Möglichkeit, Sternschnuppen zu beobachten.

Der schon ab Mitte Juli aktive Sternschnuppenstrom der Juli-Aquariiden (ca. 12.07. - 25.08.), dessen Radiant (= Stelle am Himmel, aus der die Sternschnuppen zu kommen scheinen) sich im Sternbild Aquarius (Wassermann) befindet, ist ein mittelstarker Meteorstrom mit einem Maximum von ca. 20 Sternschnuppen pro Stunde um den 3. August. Ein Ursprungskörper für diesen Strom ist nicht bekannt.

 Radiant der Perseiden

Kurz darauf wird aber auch der wohl bekannteste Sternschnuppenstrom,  die Perseiden, (17.07 -24.08, Radiant wandert im Sternbild Perseus, siehe Bild) aktiv. Die Perseiden, deren Maximum mit bis zu 110 Meteore pro Stunde jedes Jahr auf den 12. oder 13. August fällt, werden im Volksmund auch Laurentiustränen genannt, da sie um den Gedenktag des Märtyrers Laurentius von Rom (* evtl. in Osca, Spanien oder Laurentum; † 10. August 258 in Rom) auftreten.

Das exakte Maximum für 2016 wird am 12. August - leider bei uns mitten am Tag - um etwa 14:40 Uhr MESZ  erwartet.
Die beste Beobachtungszeit in Mitteleuropa ist zwischen 02:00 und 04:00 Uhr in der Nacht vom 11. auf den 12. August. Der zunehmende Mond (zunehmender Halbmond am 10.08.) wird zumindest in der ersten Nachthälfte die Beobachtung einschränken. In der zweiten Nachthälfte sind dann, klaren Himmel vorausgesetzt, die Beobachtungsmöglichkeiten relativ gut.
Aber auch schon am Abend des 11.08. ist mit vielen Sternschnuppen zu rechnen.

Aus diesem Anlass werden wir, wenn es das Wetter gestattet, wieder eine Sonderveranstaltung "Perseidennacht" anbieten (näheres demnächst hier).

Der Ursprungskörper der Perseiden ist der Komet
109P/Swift-Tuttle. Ein kurzperiodischer Komet (Umlaufzeit um die Sonne: 133 Jahre), der erst wieder im Jahre 2126 zu sehen sein wird.

Bild: Der wandernde Radiant der Perseiden durch das Sternbild Perseus (Quelle: Wikipedia)

 

Zwar werden in verschiedenen Quellen für den Juni eine ganze Reihe von Meteorströmen (s. a. Wikipedia) vorhergesagt, die aber fast alle nur sehr schwach ausgeprägt sind und mit einer Rate von oft weniger als eine Sternschnuppe pro Stunde aufwarten.

Interessant könnten diesen Monat aber die Juni-Lyriden werden, die vom 11. bis 21. Juni auftreten - mit einem langjährigen mittleren Maximum von bis zu 5 Meteoren/Stunde am 16. Juni. Allerdings erreichte dieser Sternschnuppenstrom in den letzten Jahren diese Rate in keinster Weise. Der letzte nennenswerte Auftritt war 1996. Der zunehmende Mond (Vollmond am 20.6.) verschlechtert dieses Jahr die Beobachtung der sehenswerten Sternschnuppen in der ersten Nachthälfte. Die Juni-Lyriden sind meist weiß bis blau und bilden lange Schweife, ihr Radiant liegt im Sternbild Leier (lat. Lyra).

Ein weiterer Strom könnte in den Nächten um den 27. Juni noch eine Überraschung bringen. Die Juni-Bootiden, deren Ursprung die Staubspur des Kometen 7P/Pons-Winnecke ist, der alle 6 1/2 Jahre die Sonne umkreist. Manchmal trifft die Erde gleich auf mehrere Staubspuren des Kometen, dann kommt es zu richtigen Ausbrüchen von 50 bis 100 Sternschnuppen pro Stunde. In anderen Jahren sind gar keine Sternschnuppen zu sehen. Zwischen 1929 und 1998 waren die Juni-Bootiden komplett verschwunden, um dann plötzlich doch wieder zu erscheinen.
Der Radiant der Juni-Bootiden liegt im Sternbild Bärenhüter (lat. Bootes), das am Abend schon sehr hoch am Himmel steht. Nur der abnehmende Mond, eine Woche nach Vollmond, könnte sich in der zweiten Nachthälfte als störend erweisen.

Jetzt müssen die Sternschnuppen nur noch kommen. Hoffen wir das Beste!